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Guruismus / westlicher Kulturkreis

Ende der Sechziger Jahren traten im Westen verstärkt Gemeinschaften der neue religiösen Bewegung in Erscheinung, dazu gehörten auch aus Indien stammende Gemeinschaften.

Fast alle diese Gruppen mit hinduistischen Hintergrund weisen als charakteristisches Merkmal eine zentrale Gestalt auf, um die sich Leben und Glauben der Anhänger dreht: den Guru. Im Gegensatz zu den meist ihrer Exklusivität und Einmaligkeit betonenden Propheten anderer Kulte berufen sich diese spirituellen Führer eine besondere religiöse Tradition: sie behaupten, dass die von ihnen beanspruchte Authentizität durch das Jahrtausend alte Hindukonzept des Guru verbürgt sei.

Die sechziger Jahre brachten im Westen einen regelrechten Ansturm hinduistischer Ideen und Praktiken, die sich allerdings nicht mehr bei den Gebildeten, sondern in der Subkultur von Hippies und Flower-Power etablierten. Als indische Yogis und Gurus in der von Drogenerfahrung geprägte Szene von Bewusstseinsänderung und Erleuchtung sprachen, stießen sie weitgehend auf offene Ohren.

Wenn sich Hindus in Indien einen Guru als spirituellen Lehrer wählen, unter dessen Anleitung sie -> Meditation und Yoga praktizieren und damit den Weg zur Erlösung beschreiten wollen, dann bleiben sie im Kontext ihrer heimatlichen Kultur, Religion und religiösen Sozialisation.

Schließen sich jedoch Menschen aus dem westlichen Kulturkreis einem missionierenden Guru an können Probleme unterschiedlichster Art die Folge sein.

Problematisch wird die Situation besonders dann, wenn junge Menschen nicht, wie viele Gurus behaupten, durch sie zu kritischer Mündigkeit und Reife gebracht werden, sondern (im Gegenteil) in absolute psychische und mentale Abhängigkeit zu ihrem Meister geraten. Unter dem Einfluss der neuen Guruautorität werden Lebensplanung und Lebensführung zum Beispiel im Hinblick auf Studium, Ausbildung und Beruf oft radikal und nicht im positiven Sinne verändert. Häufig verlieren Guruanhänger in diesem Zusammenhang den Sinn für die Realität, das heißt das Gefühl dafür, was unter gegebenen Umständen möglich oder nicht möglich ist.

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Bearbeitungsstand: 28.05.2009