Schamanismus
In jeder Stammesgesellschaft gibt es einen Medizinmann (=Schamane), der, so der Glaube, mit den Göttern und den Ahnen in Verbindung steht. Mittels ritueller Tänze und Gesänge versetzt sich dieser in eine Art Trance, in der er den "Rat aus einer anderen Wirklichkeit" einholt. Zu den religiösen und metaphysischen Aufgaben des Schamanen in seinem Stammesumfeld gehören Krankenheilung, Rituale um Tod und Sterben, Abwehr "böser Geister", Weissagung, Traumdeutung und allgemein Beratung in verschiedenen Lebensfragen, die das soziale Umfeld eines Stammes direkt betreffen. Dabei bedient sich der Schamane verschiedener Rituale wie
- Trommeln
- Gesang
- Schwitzhütte
- Fasten
- spezielle Atemtechniken
- Tanz
- Tabak und/oder Cannabis
- Rauschzustände bewirkende Planzen und Pilze (z.B. Stechapfel, Trichterwinde, Fliegenpilz u.ä.)
Der Schamane ist zugleich auch der Bewahrer von Wissen und Tradition eines Stammes und deren Vermittler an die nächste Generation.
Bei neo-schamanischen Ritualen der -> Esoterikszene wird unter freiem Himmel getanzt und getrommelt, auch leichte Drogen werden eingenommen. Die Schwitzhütte, die durch ihre Enge, Feuchtigkeit und Hitze Erinnerungen an den Mutterschoß entstehen lassen soll, ist oft zentraler Bestandteil von Schamanen-Workshops. Diese Veranstaltungen, deren Wert nach Colin Goldner bestenfalls in "folkloristisch angehauchter Selbsterfahrung" besteht, sind für labile Menschen nicht ohne Risiko.
Synonyme / Analogien:
Weitere Informationen: -> schmanische Therapie, -> Anbieter ,
Bibliographie: Colin Goldner, "Die Psychoszene", Alibri-Verlag 2000
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Bearbeitungsstand: 22.04.2010
