Hallo Leute
Ich bin nun 17 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich auf dem Land mit einem älteren Bruder und einer älteren Schwester. Meine Eltern waren halt nicht 0815, sondern befreit von einem Grossteil ihres Egos, meine Mutter hat uns mit unglaublich viel Liebe, Geduld, Verständniss und Erklärung erzogen. Mein Vater liess uns unser Selbst entwickeln, liess uns die Welt selbst erfahren, gab uns keine vorgefertigten Antworten und liess uns möglichst unabhängig aufwachsen. Meine Mutter war Sannyasin, ist es jetzt aber nicht mehr. Hat uns aber nie irgendwie Osho mässig beeinflusst. Mein Vater hat ein ungewöhnlich starkes Selbst und braucht keine Masken.
Mit 16 wurde ich langsam auf Osho aufmerksam, ich war sehr erstaunt, als ich erfuhr, dass meine Mutter früher selbst Osho las und Sannyasin war.
Seither verschlinge ich die Bücher von Osho und habe meine Weltansicht grundlegend geändert. Ich überlege auch mal nach Puna zu gehen oder in eine Commune in der Schweiz, um mich mal umzuschauen.
Da ich auch oft im I-net nach Osho stöbere, bin ich dann einmal auf diese Seite gestossen. Ich war sehr erstaunt, dass es hier ein "OSHO-Aussteiger-Forum" gab und habe mich direkt angemeldet. Interessiert las ich die Berichte von Aussteigern und Sannyasins und auch diese von den Eltern. Anscheinend gibt es viele Leute, die sich Osho Communen anschliessen, aber anscheinend daran kaputt gehen. Es scheint mir, als würden viele auf einen spirituellen Ego- tripp kommen, die sich Osho genauer anschauen.
Darum möchte ich euch mitteilen, dass nicht alle Teenager an der Erfahrung Osho zerbrechen. Ich selbst kann mir gut vorstellen ein Sannyasin zu werden, wenn es sein muss zieh ich halt auch die rote Robe an. Aber nur um später noch unabhängiger zu sein. Das ich später keinen Osho, keine rote Robe mehr brauche. Ich habe Osho bis jetzt als grösste Verunsicherung in dem bewussten Teil meines Lebens empfunden und tief in mir spüre ich, dass diese Unsicherheit gut ist, irgendwann wird sie mich vielleicht transzendieren.
Nicht ALLE Menschen zerbrechen an Osho, es gibt aber mit sicherheit einige für die Osho die Hölle ist.
Das geht an die Eltern, die ein Kind an eine Osho Commune "verloren" haben.
Womöglich habt ihr eure Kinder von Geburt an beschützt, ihnen die Regeln des Lebens beigebracht, sie in die Gesellschaft eingebunden, habt sie mit Nahrung und mit Wasser ernährt, habt ihnen bei den Hausaufgaben geholfen und sie unterstützt wo es ging, habt ihnen eine Religion näher gebracht und habt Nächstenliebe gepredigt und alles aus bestem Willen. Euer Kind soll es schön haben im Leben, es soll ihm/ihr an nichts mangeln. Einen guten Job und liebe Kinder haben. Es soll auf eigenen Beinen stehen können und für das habt ihr sie so gut als möglich beschützt.
Statt euch das zu danken, sind sie einfach abgehauen! Ab in ne Osho Commune oder nach Puna oder sonstwohin. Sie melden sich nicht mehr bei euch, scheinen sich kein bisschen mehr für euch zu interessieren. Wenn ihr sie seht, sind sie kühl sind euch fremd, ihr erkennt sie nicht wieder. Das ist nicht mehr das Kind, das ihr gezeugt und geliebt habt.
Ich bin eines dieser Kinder, das sich auf diesem Weg befindet. Ich habe meiner Mutter bereits mittgeteilt das ich vielleicht eines Tages einfach verschwinde und sie mich nicht mehr sehen wird. Sie hat es akzeptiert und gesagt, dass sie sich darauf vorbereiten wolle. Sie glaube an mein selbst, sei überzeugt das ich meinen Weg finde. Meinem Vater brauche ich es nicht mitzuteilen, wir leben in Liebe aber dennoch in Unabhängikeit miteinander. Meine Mutter ist da schon eher abhängig.
Nun ihr Eltern, glaubt auch ihr an eure Kinder, seid froh, dass sie nicht mehr von euch abhängig sind und werdet selbst auch von eurem Kind unabhängig, es wird weh tun, es wird ein unglaublicher Schmerz sein. Doch nachher seit ihr freier ihr, werdet euch besser fühlen. Akzeptiert den Weg eueres Kindes. Glaubt an die Stärke eures Kindes, es liegt nicht in eurer Verantwortung, ob euer Kind die Erfahrung Osho durchsteht oder daran zerbricht. Es ist die Verantwortung eures eigenen Kindes. Lasst euer Kind die Verantwortung für sich selbst tragen. Lasst euer Kind los!!!
Das ist vermutlich der grösste Gefallen, den ihr eurem Kind im Leben je machen könnt.
Seid nicht böse auf mich. Seid nicht böse auf euer Kind. Seid nicht böse auf euch selbst. Macht euch und auch keinem anderen Schuldgefühle. Erkennt euer selbst. Ihr solltet euer Kind als eigenes Wesen annehmen. Ihr seid fremde für ihn so wie euer Kind jemand fremdes für euch ist.
Jeder Mensch ist sich selbst genug.
Liebe Grüsse N.
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