Psychotherapien auf dem Prüfstand |
PENDELN |
Quelle: Krista Federspiel, Ingeborg Lackinger Karger: "Kursbuch Seele"; Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1. Auflage, Köln 1996
...........Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch
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vikas / Pendeln
Geschichte und Konzept
Das »siderische« Pendel, ein Instrument der »Radiästhesie« , wird erst seit Mitte der 30er Jahre als Diagnoseinstrument eingesetzt. Das Wort siderisch bedeutet »auf die Sterne bezogen«. Die Schwingungen des Pendels gewinnen ihre besondere Aussagekraft - wie es heißt - aufgrund kosmischer Energieeinflüsse (-> Astrologie).
Die DiagnostikerInnen halten das Pendel in einer Hand und führen entweder das Pendel oder die andere Hand entlang des Körpers der KlientInnen beziehungsweise ihrer -> Aura von oben nach unten. Aus dem Ausschlagen des Pendels werden Schlüsse über vorliegende Störungen oder Erkrankungen gezogen.
Auch mentale Ferndiagnosen werden mit dem Pendel vorgenommen. Zu diesem Zweck berühren DiagnostikerInnen mit der einen Hand ein Foto oder einen Gegenstand aus dem Besitz der KlientInnen und pendeln mit der anderen Hand über einer Liste, auf der diverse Erkrankungen aufgeführt sind. Auf ähnliche Weise werden auch die passenden Heilmittel - vorzugsweise homöopathische Medikamente oder -> Bach-Blütenmittel - ermittelt.
Mit dem Pendel wird auch der Kontakt mit jenseitigen Wesen (-> Channeling) hergestellt. Meist wird hierzu ein »Oui-ja-Board« benutzt. Dieses ist ein rundes Brett, auf dem in 36 Kreissegmenten die Buchstaben des Alphabets, die Zahlen von null bis neun sowie die Worte »nein« und »ja« aufgezeichnet sind. Der kontaktierte Geist aus dem Jenseits kann nun durch Ausschlagen des Pendels in bestimmte Richtungen Botschaften buchstabieren.
Pendel sind unter Laien weit verbreitet, sie werden häufig von HeilpraktikerInnen und HeilerInnen eingesetzt.
Das Pendel wird nicht durch kosmische Kräfte oder paranormale Fähigkeiten bewegt. Vielmehr wird die Bewegung nachweislich durch biologische,
physikalische und psychische Faktoren
ausgelöst.
Für die reine Bewegung sind
der Muskeltonus, die Resonanz (Aufschaukelung), die Kapillarpulswellen in
den Fingern, die Grobmotorik der
Atmung und die angespannte Gemütsverfassung verantwortlich. Die »magische« Antwort erfolgt über unbewußte
(idiomotorische) Muskelbewegungen
(Carpenter-Effekt), nach denen sich vorgestellte Bewegungen umsetzen in reale.
Da es sich wie beim Gläserrücken oder
beim Schreibenden Tischchen um ein
Gerät mit labilem Gleichgewichtszustand handelt, genügt ein kleiner
Anstoß, um einen spürbaren Ausschlag
zu erhalten.
Die Pendeldiagnose hat keinerlei Aussagekraft. Es besteht die Gefahr von Falschdiagnosen.
© Edition VIKAS 2008